Die digitale Übersetzung des Sports

Die Sportausrüster-Giganten Nike und Adidas haben ein neues Gebiet für ein Kräftemessen gefunden: soziale Netzwerke, Twitter und Apps, kurz – die Welt der sozialen Medien. Mit verschiedenen Technologien, beispielsweise Schuhsensoren, wollen sie das sportliche Geschehen ihrer Sportler für den Zuschauer in noch greifbarere Nähe rücken.

Hightech Sportartikel zur Verteildigung der Unternhemensreputation

Der Nike Chef Mark Parker redet bereits von einer beginnenden "neuen Ära".  Und es ist in der Tat ein spannendes Gebiet, die Schnittstelle der beiden Gebiete Sport sowie Datenanalyse geschickt zu nutzen und damit auch den Athleten noch bessere Trainingskonzeption zu gewährleisten.

Nike hat dafür sogar einen separaten Bereich im Konzern eingerichtet – Nike Plus. In dieser technologieorientierten Abteilung werden Produkte entwickelt, welche Daten der Athleten berechnen um diese in Echtzeit in den sozialen Medien und an die Fans verbreiten zu können. So ist der neueste Hit von Nike Plus ein Basketballschuh, welcher mit seinen Sensoren verschiedene Variablen wie Sprunghöhe und Geschwindigkeit messen kann und diese Daten direkt auf das iPhone des jeweiligen Athleten übermittelt. 

Und im Wettlauf mit der Zeit kurz vor der EM und den nächsten Olympischen Spielen wird der Bereich der technologischen Forschung zum neuen Kampfring für die beiden Sportgiganten. Vorbei sind die Zeiten, in denen es ausschließlich um das beste Material der Trikots oder die Leichtigkeit der Schuhe ging. Die Kundschaft wird seit Kurzem auch mit der Führung in der Übermittlung auf digitalem Wege gewonnen: Wer hat die größten und beliebtesten Fangemeinden und Seiten, die genausten Sensoren oder die besten Apps – die sozialen Medien sind ausschlaggebend geworden. Die beiden Sporthersteller trumpfen dabei mit immer neuen, ausgefeilteren verdrahteten Sportartikeln auf, um die Kunden für sich zu begeistern.

Unterschiedliche Strategien bei den Sportherstellern

Die Prognose für den Markt solcher Sportsensoren ist denkbar günstig: So schätzte die Studie der ABI Research aus New York, dass bis 2017 ungefähr 170 Millionen dieser Produkte verkauften sein sollen. 2011 waren es ca. 20 Millionen. 

Nike hat sich für den Kampf in der digitalen Welt einen mächtigen Verbündeten geholt, den Apple-Konzern. Adidas hat dagegen verschiedene kleinere Firmen angeworben, um mit dieser Fusion Technologien in der eigenen Abteilung selbst zu produzieren.

Besonders der Firmenruf soll gezielt modifiziert werden

Und auch wenn die Verknüpfung mit der digitalen Welt sich erst langsam im Umsatz zeigen wird, ist es trotzdem schon heute ein unabdingbares Marketinginstrument. Mit ihm kann die Reputation als führendes Technologieunternehmen aufgebaut werden, um so den Kontakt zu den Kunden zu intensivieren. Und das Potenzial ist gigantisch. Denn wie oft in der digitalen Welt ist der Datentransfer keine Einbahnstraße: die Konzerne posten die Daten ihrer beliebten gesponserten Schützlinge, und im Gegenzug erhalten sie durch die reagierenden Fans eine Masse an Kundendaten, welche für die weitere Vermarktungsstrategien ausgewertet werden können. Nike lässt daher immer größere Budgets in die Sparte des digitalen Marketings fließen. Denn immer mehr Kunden, besonders in der aufrückenden Generation, sind zunehmen in digitalen Netzwerken präsent und aktiv. Daher heißt es: Sei dort, wo auch dein Kunde die meiste Zeit verbringt, um dort dein Image und diene Produkte gut zu platzieren.

Es wird interessant zu sehen, was für Schlüsse beide Konzerne wohl auf ihren Datenanalysen ziehen, in welcher Art und Weise sie zukünftig ihre Firma darstellen und was für Inhalte sie ihrer Fangemeinde zugänglich machen werden. Und es ist zu hoffen, dass die Social Media Fettnäpfchen, in welche schon andere große Unternehmen wir McDonalds getreten sind, wissentliche gemieden und professionell gemanagt werden. In diesem Sinne – auf ein faires Spiel, möge der Bessere gewinnen!