Neuer Google-Ranking Faktor: Wahrheitsgehalt wird neues Relevanzkriterium

Bei der Google-Suche sollen fortan auf den ersten Plätzen nur noch vertrauenswürdige Websites und substantiierte Artikel erscheinen. Pseudowissen, Verschwörungstheorien und unberechtigte Diffamierungen sollen so auf die hinteren Seiten verdrängt werden. Hierfür entwickelten Google-Forscher einen neuen Algorithmus, mit dem der Wahrheitsgehalt einer Information und die Wertigkeit der Inhalte auf einer Website beurteilt werden könne.

Google optimiert den Suchalgorithmus weiter

Um bei der Google-Suche möglichst weit vorne zu erscheinen, waren Sichtbarkeit und Pagerank einer Webseite bisher ausschlaggebend. Nun präsentiert Google in einem wissenschaftlichen Aufsatz das Ergebnis aktueller Arbeiten der Google-Forscher. Diese haben einen neuen Suchalgorithmus mit geänderten Qualitätskriterien entwickelt, der bei der Bewertung von Webseiten deren Vertrauenswürdigkeit und den Wahrheitsgehalt eines spezifischen Artikels berücksichtigt. In dem Aufsatz mit dem Titel "Wissensbasiertes Vertrauen: Einschätzung der Vertrauenswürdigkeit von Webquellen" erläutern die Google-Wissenschaftler, dass fortan auf den ersten Plätzen der Suchergebnisse nur noch wahrheitsgemäße Fakten gelistet werden sollen. Mit dem neuen Parameter "Knowledge-based Trust" kann festgestellt werden mit welcher Wahrscheinlichkeit die Angaben auf einer Seite richtig sind. Google bewertet damit nicht mehr nur die Quantität sondern auch die Qualität einer Seite. Zählten bisher überwiegend Faktoren wie technische Details einer Webseite oder die Anzahl der Hyperlinks, soll nun zunächst die Qualität der Information selbst relevant sein.

Neues Wahrheit vor Pseudowissen

Die Idee hinter dem neuen Suchalgorithmus entwickelte sich bei Google indes schon seit längerem. Bereits letztes Jahr hatte der Konzern angekündigt die weltweit größte Datenbank "Knowledge Vault" anzulegen, in der wissensbasierte Fakten aus allen Themenbereichen gespeichert werden. Die auf einer Webseite getroffenen Aussagen werden mit ebendiesen gespeicherten Fakten abgeglichen, um auf diese Weise den Wahrheitsgehalt zu ermitteln. Durch die neuen Entwicklungen sollen insbesondere Lügen, Verschwörungstheorien und Diffamierungen auf die hinteren Seiten verdrängt werden. Wer bei Google eine Suchanfrage startet, soll auch darauf vertrauen dürfen, dass das was er dazu findet, stimmt. Google unterstreicht damit den eigenen Anspruch dem Suchenden vor allem wissenschaftlich enzyklopädische Suchergebnisse zu liefern.

Einen zeitlichen Rahmen, wann der neu entwickelte Parameter in der Praxis umgesetzt werden soll, hat Google zwar bisher nicht verlauten lassen, in jedem Fall wird sich die Einführung auch auf den Bereich Online Reputation Management gehörig auswirken. Neben der eigentlichen Suchmaschinenoptimierung und dem inhaltlichen Niveau von Beiträgen, wird auch die Qualität und Glaubwürdigkeit einer Webseite in ihrer Gesamtheit immer relevanter. Durch die kluge und gezielte Platzierung inhaltlich qualitativer und substantiierter Beiträge, können Webseiten dadurch umso effizienter optimiert werden. Hingegen Webseiten und Portale, die überwiegend der Meinungsmache dienen ohne sich dabei auf eine wahrheitsgemäße Basis zu stützen, um Unternehmen oder Personen zu schaden, werden durch die Einführung dieser neuen Parameter an Relevanz verlieren. Dies ist eine Nachricht, über die sich gesamte Online-Welt freuen kann.