Mikro Blogs verbreiten Skandale in Sekundenschnelle

Ein kürzlich veröffentlichter Report aus China kam zu dem Ergebnis, dass im Zuge der breiteren Nutzung der sozialen Medien sogenannte Mikro Blogs die größten Quellen für einen Unternehmensskandal und einen folgenden Reputationsverlust sind.

Diese Plattformen, mit die bekannteste ist wohl der Mirko Blog "Twitter", ermöglichen es den Usern des jeweiligen Blogs sich schnell auszutauschen, zu vernetzen oder verschiedene Meldungen zu posten. Ein Service, der immer mehr Zulauf findet: Laut Statistik waren im Dezember 2011 in China über 250 Millionen Blogger auf diesen Plattformen aktiv – das sind fast 300 Prozent mehr als noch im vorigen Jahr. Debby Cheung, die chinesische Präsidentin der internationalen Werbe-, PR- und Marketingagentur Ogilvy & Mather, sprach davon, dass die zunehmende Popularität der Mikro Blogs ernsthafte Konsequenzen für die Unternehmen in China haben werde. Dieses Medium sei eines der häufigsten Mittel, um Skandale zu evozieren und diese weiter zu verbreiten.

Mikro Blogs können Reputation nachhaltig schaden

Ogilvy & Mather identifizierten und analysierten zusammen mit dem Wirtschaftsinformatik-Unternehmen CIC durch Nachrichten von verschiedenen Micro Blogs  die größten Online Skandale aus dem vergangenen Jahr 2011.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Nutzung von Mikro Blogs zu einer schnelleren, häufigeren und weitreichenderen Verbreitung von Nachrichten beiträgt, was einem Skandal noch eine größere Tragweite und andere Dimension verschafft. Eine Reihe der großen Firmen- und Markenskandale wurden so zuerst über die Blogs an die Öffentlichkeit getragen. Ein Beispiel ist die Siemens AG: Aus Wut über einen defekten gelieferten Kühlschrank setzte der chinesische Promiblogger Yonghao ein Zeichen für seine Stimmungslage und zerlegte das Produkt vor der örtlichen Siemens-Zentrale. Auf dem Blog "Weibo", dem "chinesischen Twitter", wetterte er über die deutsche Marke und löste so einen Shitstorm auf die Siemens AG aus, der sich gewaschen hatte. Denn Yonghao hat mehr als eine Million Follower auf Weibo, über 9.000 verbreiteten die Nachricht weiter und noch mehr stimmten ein in die negativen Posts. Schließlich schaltete Siemens für das Handling die chinesische PR-Agentur Blue Focus ein, weil sie für solch eine Situation nicht gerüstet waren. Die Lektion: Einflussreiche Blogger sollte man nicht verärgern und aufgehetzte, firmenschädigende  Stimmung hat man dank der sozialen Medien schneller am Hals, als einem lieb ist.

Alarmanlage für die eigene Reputation installieren

Natürlich sind die sozialen Medien auch gewinnbringend für die Firmen und sollten in jedem Fall in deren Firmenkultur und –darstellung integriert werden. Schließlich sind sie bezeichnender Bestandteil unseres Zeitalters und eine Form der intensiven Vernetzung, auch zu Kunden. Es gehe jedoch darum, dass die Unternehmen Mittel ergreifen müssten, um ihre Risiken zu minimieren oder zumindest zu kontrollieren.

Insbesondere Echtzeit-Monitoring und regelmäßige Analyse von Social Media sind dabei unverzichtbar vor und während eines aufkommenden Skandals, um rechtzeitig Maßnahmen ergreifen zu können. Die Mittel zur Kontrolle und Verwertung der Daten sind in vielen Unternehmen allerdings noch unterentwickelt und es ist bisher ein zu geringes Verständnis von ihrer Wichtigkeit vorhanden. Dabei geht es nicht nur um ein gut vertretenes Image durch die sozialen Medien. Es geht auch darum, es prophylaktisch zu schützen und professionell mit möglichen Gefahren umzugehen. Den Tresor einer Bank lässt man schließlich auch nicht offen herumstehen, sondern lässt eine wirksame Alarmanlage installieren. Ähnlich geht es hier bei der Sicherung der wertvollsten Ressource "Reputation" um die Aufstellung einer digitalen Alarmanlage, um Schäden zu verhindern, bevor es zu spät ist.