Recht auf Vergessen: Die Löschung eines Artikels ist mit Risiken verbunden

Vom "Recht auf Vergessen", das der EuGH von der EU-Datenschutzrichtlinie ableitet, profitieren ausschließlich Privatpersonen. Ihnen steht es frei, bei Google die Entfernung von Artikeln mit sensiblen personenbezogenen Inhalten zu beantragen. Doch hilft eine Löschung den betroffenen Personen wirklich weiter, oder kann die Entfernung eines Artikels aus den Google-Suchergebnissen schnell zum Verhängnis werden?

Seit Mai 2014 ist das viel diskutierte Suchmaschinen-Urteil des Europäischen Gerichtshofes rechtskräftig. Wie genau sich die Umsetzung einer Löschung manifestiert, wurde kurze Zeit später sichtbar. Sobald ein Artikel aus den Suchergebnissen entfernt wird, kennzeichnet Google dies durch folgenden Hinweis: "Einige Ergebnisse wurden möglicherweise aufgrund der Bestimmungen des europäischen Datenschutzrechtes entfernt."

Je spezifischer der Suchbegriff allerdings ist, desto leichter fällt es dem Suchenden Rückschlüsse über die Person zu ziehen, die den Löschantrag gestellt haben könnte. Noch genauere Schlussfolgerungen ergeben sich bei der Betrachtung von Wikipedia-Seiten oder denen von Online-Zeitschriften, da diese über Google-Löschungen, die sie betreffen, benachrichtigt werden und solche Neuigkeiten auch an die Leserschaft gerne weiterleiten. So machte beispielsweise Wikipedia Anfang August die ersten Google-Löschungen, die eigene Inhalte betrafen, öffentlich. Die Online-Enzyklopädie sprach in diesem Zusammenhang verständlicherweise von Zensur.

Durch eine Löschung verstärkt ins Rampenlicht geraten

Obgleich das Urteil des EuGH dazu dienen sollte Privatpersonen zu schützen, könnte es diesen letztendlich mehr schaden als nutzen. Denn was wird der Suchende daraus schließen, wenn er plötzlich darauf hingewiesen wird, dass für ihn interessante Inhalte aufgrund eines stattgegebenen Löschantrages entfernt worden sind? Eine Artikelentfernung aus den Google-Suchergebnissen dürfte vor allem dann für Furore sorgen, wenn die kaschierten Ergebnisse auf Medieninhalte führen. Die Unterdrückung bestimmter Suchergebnisse ließe sich allein als Presseselektion deuten, selbst wenn diese seit Mai dieses Jahres rechtens ist. Zusätzlich dazu gerät aber auch die Person, die mit dem Artikel in Zusammenhang zu bringen wäre, ins negative Rampenlicht. Vermeintliche "Geheimnistuerei" wird dem Image in vielen Fällen mehr schaden als das, was in dem unliebsamen Artikel letztendlich steht. Wer Artikel aus den Suchergebnissen löschen will, muss damit rechnen, dass dies mehr Aufsehen erregt als eine schriftliche negative Darstellung online. Auch das Eintreten eines Streisand-Effekts wäre in diesem Zusammenhang durchaus denkbar.

Die Reputation bereinigen ohne Aufsehen zu erregen

Jeder, der fern vom öffentlichen Leben steht und als Privatperson Anspruch auf die Löschung unliebsamer Informationen zu seiner Person hat, könnte sich auf das "Recht auf Vergessen" berufen und bei Google einen Löschantrag stellen. Doch wie eine Löschung auf die Öffentlichkeit wirkt, ist schwer einzuschätzen. Ein Löschantrag könnte wesentlich mehr Schaden anrichten als ein schnell und leicht auffindbarer Artikel, der negativen Content aufweist. Fragwürdig ist auch, wie Google den Unterschied zwischen einer Privatperson und einer öffentlichen Interessens definiert, wenn sogar Wikipedia-Artikel aus den Google-Suchergebnissen bereits gelöscht worden sind.

Warum etwas öffentlich vertuschen, wenn sich die Reputation auf eine intelligentere Art und Weise bereinigen lässt? Gezieltes Online Reputation Management sorgt für eine sichere Verbesserung, in zahlreichen Fällen sogar eine vollständige Bereinigung des digitalen Rufs. Mithilfe der richtigen Strategie lassen sich negative Inhalte diskret und unauffällig entfernen. Wir unterscheiden dabei nicht, ob es sich um eine Privatperson handelt oder um eine aus dem öffentlichen Leben. Auch Unternehmen profitieren von den angebotenen Reputations-Maßnahmen und haben dank einer Zusammenarbeit mit uns ihr Firmenprofil bereinigt, gestärkt und erweitert.

Profis erkennen, dass sich Löschanträge zur Entfernung negativer Inhalte als ungeeignet erweisen, zumal das "Recht auf Vergessen" für Unternehmen und bekanntere Persönlichkeiten keine Gültigkeit findet. Die Hinweise, die am Ende der Suchergebnisse erscheinen, sowie die Bekanntmachungen von Online-Zeitschriften und -Enzyklopädien bergen für die betroffene Person ein zusätzliches Risiko negatives Aufsehen zu erregen. Statt böse Stimmen zu unterdrücken, sollte man ein gesundes Gegengewicht durch positiven Content liefern. Denn neben dem "Recht auf Vergessen" hat die Öffentlichkeit schließlich ein Recht auf Informationen.